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Medienveranstaltung zur Agrarpolitik 2014-2017
Am Montag, 4. Juni 2012 hat die Lobag Kreiskommission Berner Oberland Medien, Politiker und Fachpersonen zum Austausch eingeladen. In den kommenden Sessionen wird das Eidgenössische Parlament über die gesetzlichen Vorgaben der Agrarpolitik 2014 -2017 beraten.
Am Montag, 4. Juni 2012 hat die Lobag Kreiskommission Berner Oberland Medien, Politiker und Fachpersonen zum Austausch eingeladen. In den kommenden Sessionen wird das Eidgenössische Parlament über die gesetzlichen Vorgaben der Agrarpolitik 2014 -2017 beraten. Die Vorgaben, die in die parlamentarische Beratung gehen, haben zur Folge, dass viele Bergbauernbetriebe mit einem hohen Steillandanteil infolge massiver Kürzungen der Direktzahlungen ihre Betriebe aufgeben müssten. Um die Offenhaltung dieser aus naturschützerischer Sicht wertvollen Flächen weiterhin sicherzustellen, gibt es gute Lösungsansätze, die anlässlich der Medienorientierung vorgestellt wurden.
Erich von Siebenthal, Nationalrat und Präsident der Lobag Kreiskommission Berner Oberland, hiess die Anwesenden Gäste im Schulhaus Ladholz, Frutigen willkommen. Erich von Siebenthal erläuterte, dass die aktuelle Stossrichtung der AP 2014-2017 mittel- bis längerfristig das Verschwinden der kleinen und mittleren Betriebe im Berggebiet mit sich bringen würde. Bereits heute gibt es Direktzahlungen, welche die erhöhten Erschwernisse im Berggebiet ausgleichen sollen. Ein kleiner Teil davon ist an die Hangneigung gebunden (Hangbeiträge). Über drei Viertel dagegen an die Anzahl gehaltener Tiere und die Höhenzone. Die Entschädigungen reichen in der geplanten Form nicht aus, um die Betriebe entsprechend zu unterstützen und ihre Existenz zu sichern. Eine Aufgabe des Betriebes würde eine weitere Abwanderung aus den Tälern bedeuten, den Verlust von Arbeitsplätzen mit sich bringen und die Gebiete würden nicht mehr unterhalten, was wiederum eine negative Auswirkung auf die Arten- und Pflanzenvielfalt hätte. Die Hänge würden einwachsen und allenfalls ins Rutschen geraten.
Die Bergbauern Franz Wäfler und Roland Kurzen, stellvertretend für die Bergbauernbetriebe mit ähnlichen Voraussetzungen, zeigten mit Zahlen und Fakten ihrer Betriebe auf, unter welchen Bedingungen sie in der Region Frutigen arbeiten. Beispielsweise liegt der Hauptbetrieb auf über 1‘300 M.ü.M., die Fläche verteilt sich über eine Höhe von 700 bis 2‘000 M.ü.M.. Davon sind bis zu 98 Prozent in Steilhängen mit einem Gefälle von über 35 Prozent. Für solche Betriebe ist es elementar, dass die Agrarpolitik 2014-2017 die Steilhanganteile mit den Hangbeiträgen entsprechend berücksichtigt.
Die AP 2014-2017 zielt auf eine Erweiterung der Produktion, was oft in den Bergbetrieben nicht möglich ist, indem die volle Auslastung gegeben und keine Erweiterung möglich ist.
Berglandwirtschaft und Biodiversität
Dr. Roland Luder, Biologe, erläuterte die einzigartige Biodiversität, also die Lebensraumvielfalt und die genetiesche Vielfalt, die als Markenzeichen der Berner Oberländer Berglandwirtschaft gilt. Auf einem einzigen Quadratkilometer bewirtschafteten Alpgebiet können bis über 300 verschiedene Pflanzenarten gefunden werden. Wenn es um Biodiversität geht, ist die Berglandwirtschaft im Allgemeinen, das Berner Oberland im Speziellen, auf hohem Niveau dabei. Der Erfolg der seit 2004 im Berner Oberland laufenden Öko-Vernetzungsprojekte spreche für sich. Umweltbezogene Direktzahlungen seien wichtig, führte Dr. Luder aus, würden aber alleine nicht ausreichen, um die Berglandwirtschaft und damit die Biodiversität in den traditionellen Kulturlandschaften des Berggebiets zu erhalten und zu fördern.
Zusammenspiel von Tourismus und Landwirtschaft im Berner Oberland
Die Vertreterin der Volkswirtschaft Berner Oberland führte aus, dass der Tourismus und die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft Berner Oberland zu den wichtigsten Anspruchsgruppen zählen. Diese beiden Bereiche bilden die grössten Wirtschaftszweige in der Region. Das wichtigste Kapital für den Tourismus ist die wunderschöne, intakte Landschaft. Damit dieses Kapital erhalten bleibt, ist die Region darauf angewiesen, dass die Bergbauernbetriebe auch in Zukunft eine Existenz haben und die Landschaft wie bis anhin gepflegt werden kann. Dazu sind für diese Bergbauernbetriebe gute Rahmenbedingungen notwendig, die in die Agrarpolitik 2014-2017 einfliessen müssen. Nicht zuletzt wird das Zusammenspiel zwischen dem Tourismus und der Landwirtschaft über die regionalen Produkte geführt, indem die Hotels und Gastronomiebetriebe die Produkte abnehmen und den Gästen damit die Region noch näher bringen.
Vision Landwirtschaft
Andreas Bosshard, Vision Landwirtschaft, erläuterte das Faktenblatt, das die gezielteren Erschwernisbeiträge zugunsten einer flächendeckenden Bewirtschaftung aufzeigt. Darin enthalten sind konkrete Vorschläge, wie die Erschwernis im Berggebiet ausgeglichen werden kann, mit den nötigen Anpassungen bei den berggebietsspezifischen Direktzahlungen. Es sollen gezieltere Hangbeiträge fliessen, Hindernisse und die Erschliessung als massgebliche Erschwernisfaktoren bei den Erschwernisbeiträgen einbezogen werden und ein neuer SAM-Beitrag integriert werden. Details dazu können unter www.visionlandwirtschaft.ch abgerufen werden.
Für weitere Informationen: Erich von Siebenthal, Nationalrat, Tel. 078 856 12 40


